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Thema 9

5 Moralische Erziehung

 Da moralisches Urteil auf hoher Stufe offensichtlich wertvoller für uns ist als moralisches Urteil auf niedrigerer Stufe, drängt sich, wenn man vom Zusammenhang zwischen moralischem Urteil und Handeln ausgeht, die Postulation nach einer pädagogischen Nutzung der kohlbergschen Erkenntnisse auf!

 - K. Schüler Blatt (Blatt & Kohlberg, 1975) setzte die erwähnten Dilemmata aus der Diagnose versuchsweise bei 11 - 16 jährigen Schülern als pädagogisches Instrument ein um deren Wirkung zu testen. Die Kinder sollten in freier Runde Argumenten anderer( v.a. denen der Vl.) lauschen und auch selber argumentieren. Es wurden dazu bekannte pädagogische Techniken (z.B. Modellernen) aber auch vor allem das direkt von Piaget abgeleitete Mittel der Äquilibration eingesetzt. Ergebnis: Die Kinder entwickelten eine höhere moralische Stufe! Siehe Abb.!(Die Kinder wurden vor und nach der Diskussion `eingeStuft`) Des weiteren:

-befürworteten Kinder gelauschte Argumente die in ihrer eigenen oder eine Stufe höher als ihre eigene lag

-argumentierten Kinder selber in ihrer eigenen oder der nächst niedrigeren Stufe

-bei gezieltem Aussetzen von Argumenten der nächst höheren Stufe war die Wahrscheinlichkeit am höchsten, daß sie in die nächste Stufe wechselten (sog. Plus- 1 -Methode)

-Argumenten , die mehr als 1 Stufe von des Kindern eigener Stufe entfernt waren, konnten sie meist nicht mehr folgen, geschweige denn selber einsetzen

- zusätzlich zu der von Blatt eingesetzten kognitiven Ebene (moralisches Urteil) des Erlebens fordern Forscher wie Haan(1985) und Evans&McCandless(1978) eine Ausweitung des Erlebens dieser Dilemmata auf affektiver Ebene und Verhaltensebene (Vertrauen, Schuldgefühle, Mitgefühl, Kooperation) um die Wirkung zu erhöhen, und sie konnten damit auch erhöhte Effizienz nachweisen. Ein Mittel um alle Ebenen anzusprechen sind z. B. Rollenspiele

-Auch im Bereich der Therapie und Beratung wird die Äquilibration zur kognitiven Resrukturierung eingesetzt

-Nach Flammer (1988) verlieren die moralischen Grundsätze in unserer Gesellschaft durch die Beziehungslosigkeit zu Werten (Überflußgesellschaft) und der fehlenden Rückkopplung des Verhaltens ( z.B. Umweltverschmutzung) , immer mehr an Wert. Weil nun die hohen Stufen des moralischem (kognitiven) Handeln ohnehin kaum jemand erreicht, fordert er vor allen Dingen im Bezug auf die Pädagogik mehr unmittelbare affektive Rückkopplung des Verhaltens (z.B. Täter-Opfer -Ausgleich) in unserer Gesellschaft auf einer zwar niedrigen Stufe um aber überhaupt einen gewissen moralischen Standard zu garantieren

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